SOLAWI HOPFENHOF

die Ernte teilen

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Die Planung für eine SOLAWI im Raum Nürtingen begann im September 2014. Andreas und Anita Weller, die die SOLAWI Reyerhof in Möhringen schon kannten, hatten einen Aufruf für eine SOLAWI gestartet und in David Traub vom Hopfenhof in Oberensingen einen kundigen Kooperationspartner gewonnen. David Traub selber befasste sich seit geraumer Zeit mit dem Thema Solidarische Landwitschaft, sodass der Impuls auf fruchtbaren Boden fallen konnte. Daraufhin hatte sich eine Initiativgruppe gebildet, die eine öffentliche Veranstaltung für den 10. Dezember 2014 im Schlachthof in Nürtingen organisierte.
Im April 2015 starteten wir nun mit einem SOLAWI-Gemüseangebot. Unterstützung bekam das Projekt vom Gemüsehof Hörz, der als Partner dem Gelingen des Projektes zur Seite stand. Koordiniert wird die SOLAWI von Klaus Gräff, der hier seine Erfahrungen von Tübingen und Göttingen mit einbringt, … zwei Solawiprojekte, die er initiiert hatte und die bis heute erfolgreich laufen. David Traub und Klaus Gräff trafen im Februar 2014 das erste mal aufeinander, wo man begann zu überlegen, wie man die guten Erfahrungen der SOLAWI Tübingen für den Hopfenhof nutzbar machen könnte.

Hier ein Beispiel einer gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft in Pente:

Wie eine Jahresversorgung mit Gemüse aussehen kann, zeigt dieser Saisonkalender.

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Wer sich für dieses Thema interessiert und sich vorstellen kann, nach einem gemeinsamen Prozess ein verbindliches Mitglied für ein Wirtschaftsjahr (April-März) zu werden, trage sich bitte in das Formular ein. Mit der Eintragung ist noch keine Verbindlichkeit bestimmt, diese erfolgt später nach genauer Kenntniss der Abläufe mit Unterzeichnung einer separaten Vereinbarung.

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In der sogenannten Bieterrunde kann JedeR seinen/ihren Anteil für eine wöchentliche Versorgung mit frisch geernteten Lebensmitteln erwerben. Von einem Anteil können sich 1-2 Erwachsene oder ein Erwachsender mit Kindern, je nach dem, wieviel man gerne Gemüse ist, ernähren. Welche Prozedur dahinter steht, beschreibt folgender Vorgang:

Um die Kosten eines Anteiles zu ermitteln, gibt es den Tag der Vorstellung der Kalkulation durch den Biohof. Für die Teilnehmenden ist diese Veranstaltung Pflicht. Das ist auch gleich der Tag, an dem wir über eine “Bieterrunde” ermitteln wollen, wie hoch die Kosten/Monat für jeden Einzelnen und den sogenannten “Anteil” sein werden. Dazu gibt es ebend die Kalkulation und die Anzahl der Teilnehmenden, die dann einen Durchschnittswert (in €) ergeben, der als Richtwert gilt. Um auch Menschen mit geringeren Einkommen die Teilnahme an der SOLAWI zu ermöglichen, legt jedeR für sich in der „Bieterrunde“ fest, wieviel er zahlen kann. In der Regel pendelt sich das Ergebnis auf den zu erwartenden Durchschnittswert ein, so dass die nötige Jahressumme für die Erzeuger erreicht werden kann.
Nun kann jedeR entscheiden, ob sie/er diese Form der Solidarischen Landwirtschaft mittragen will. Wenn ja, unterschreibt sie/er eine Vereinbarung für ein Jahr.
In der Regel beginnt dann die erste Lieferung im April mit frischen Lebensmitteln aus der unmittelbaren Region. Der erste Monatsbetrag für den Biolandhof wird vorher jeweils vom 1. – 5. des Monats per Dauerauftrag durch den/die ProsumentInnen überwiesen.

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Auf Grundlage der geschätzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen (Bio-)Produktion verpflichtet sich also diese Gruppe regelmäßig im Voraus einen festgesetzten Betrag an den Hof zu zahlen, der mit dem Geld seinen Möglichkeiten entsprechend wirtschaftet. Die AbnehmerInnen erhalten im Gegenzug die gesamte Ernte sowie weiterverarbeitete Erzeugnisse wie Brot, Käse etc. sofern der Hof diese herstellt, im Falle des Hopfenhofes wird erstmal Gemüse für die ProsumentInnen geliefert.

Bei der Festsetzung der Beträge (50 – 95€/Monat und Mitglied … je nach Grad der Vollversorgung) kann i.d.R. die finanzielle Lage Einzelner mit in Betracht gezogen werden. Oft existieren “Richtwerte” als Entscheidungshilfe. Entscheidend ist, dass die Anbau- und Verarbeitungskosten vollständig gedeckt werden. Das beinhaltet neben dem Einkommen für die LandwirtInnen und AngestelltInnen möglicherweise auch eine Altersvorsorge, im Idealfall einen Überschuss für zukünftige Investitionen. Die Transparenz der Aufwendungen bildet dabei die Basis dieses Vertrauensprozesses. Die Verteilung der Ernteanteile erfolgt in regelmäßigen, etwa wöchentlichen Lieferungen in der Regel zu zentralen Sammelstellen/Abholorten, aus denen dann nach Bedarf oder entsprechend wöchentlicher Liste Lebensmittel entnommen werden können.

Grundlegend ist also, dass eine Gruppe die Abnahme der Erzeugnisse garantiert und die Ernte bzw. alles, was notwendig ist, um diese zu erzeugen, vorfinanziert, zum Teil mitorganisiert. Alle teilen sich das damit verbundene Risiko und erlauben so eine Kontinuität einer regionalen Gemüseversorgung.

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